Rund 150.000 Menschen sterben jährlich am „plötzlichen Herztod“.
Viele von ihnen könnten gerettet werden, wenn unmittelbar nach dem Ereignis geholfen würde. Doch leider trauen sich nur wenige Mitmenschen, Wiederbelebungsmaßnahmen einzuleiten, aus Angst, sie könnten etwas falsch machen. Denn meist liegt der letzte „Erste Hilfe Kurs“ Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte zurück. Doch wenn das Opfer bereits tot ist, was will man dann schon falsch machen? Die einzige Chance, die ein Patient bei seinem plötzlichen Herztod also hat, ist die sofortige Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen, in der Regel durch Ersthelfer, also Menschen wie du und ich, die meist als erste am Ort des Geschehens sind. Denn bis professionelle Hilfe durch Rettungsdienst und Notarzt vor Ort sind, vergehen wertvolle Minuten. „Jede Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen sinkt die Überlebungschance um 10 Prozent“, so der stellvertretende leitende Hubschrauberarzt Peter Stahl vom Luftrettungszentrum „Christoph 7“ Kassel. „Nach 10 Minuten sind Sie also, bis auf ganz, ganz seltene Ausnahmen, unwiderruflich tot“, so der Mediziner, der auch Vorsitzender des Fördervereins der Kasseler Luftrettungsstation ist.
Um so mehr freuten sich deshalb Stahl und sein Stellvertreter Peter Keim, der auch stationsverantwortlicher Pilot im Rettungshubschrauberstandort ist, dass die Kasseler Sparda Bank nun mit einer großzügigen Spende einen besonderen Beitrag zur Rettung von Menschenleben leistete. Frau Andrea Hruby, Mitarbeiterin des Kreditinstituts überreichte nämlich einen funkelnagelneuen Automatisierten Externen Defibrillator (AED), ein fast vollautomatisches Elektroschockgerät, dass in Zukunft bei jeder Öffentlichkeitsveranstaltung neben einem Notfallrucksack auf dem Infomobil des Fördervereins verfügbar sein wird.
„Wir sind
regelmäßig bei großen Veranstaltungen mit viel
Publikumsverkehr in ganz Nordhessen und manchmal
darüber hinaus im Bundesgebiet unterwegs, um
über die Luftrettung zu informieren. Da kann es
schon einmal vorkommen, dass ein Mensch in Not
gerät und kollabiert. Ab sofort haben dann
unsere ehrenamtlich Helferinnen und Helfer
sofort die Möglichkeit, professionell tätig zu
werden. Denn wird ein Herzstillstand durch
Kammerflimmern ausgelöst, erhöht sich die
Chance, die Person mit Anwendung einer
Elektroschock Therapie zu retten, um ein
Vielfaches“, so Stahl. „Unser Verein, der sich
über Spendengelder finanziert, die der
Luftrettung zu Gute kommen, hätte sich ein
solches, lebensrettendes Gerät nur schwer
leisten können. Jetzt aber können unsere aktiven
Mitglieder, die im Förderverein nicht immer aus
medizinischen Berufen stammen, schnell und gut
ausgestattet helfen.“ Der Dank an die Sparda
Bank war deshalb groß. Und damit auch die
erforderlichen Kenntnisse parat sind, besuchten
die Fördervereinsaktiven vor der Infosaison noch
schnell einen „Erste Hilfe“
Auffrischungslehrgang, mit besonderem
Schwerpunkt auf der Anwendung von AED´s.
Gemeinsam mit Kameraden der Feuerwehr
Hofgeismar, die ebenfalls Mitglieder im
Luftrettungsförderverein sind, machten sie sich
fit, um im Notfall richtig helfen zu können. Ein
Beispiel, dass Schule machen sollte.


