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Tage lange übten Notärzte und Rettungsassistenten aus Kassel
gemeinsam mit rund vierzig anderen Kollegen von 10
Luftrettungs-zentren des Bundesministeriums des Innern in
Oberstaufen unweit von Kempten.
Ziel war es, den Umgang mit einem Bergetau kennen zulernen, dass in
bayerischen Luftrettungszentren Kempten und Traunstein zur Rettung
von Menschen in unwegsamer Gebirgsregion und bei Ausfall von Lift-
und Gondelanlagen in Längen bis zu 100 Metern genutzt wird, um
Bergretter und Notärzte an die Einsatzstelle zu fliegen. Rund 200
mal kommt eine solche Situation in den Alpen im Jahr pro
Luftrettungs-zentrum vor, sodass sich die Piloten der Bundespolizei
und das dortige medizinische Personal in fast täglichem Training
befindet. Für die Kollegen aus dem Binnenland, von Siblin in
Schleswig-Holstein, Duisburg in NRW oder eben in Kassel, ein -in
dieser Form- nicht praktiziertes Verfahren, da Notfälle in
unzugänglichem Terrain hier die absolute Ausnahme darstellen und
alternative Rettungsverfahren, wie z.B. Hubschrauber der
Bundespolizei mit Winde oder Höhenretter von Bergwacht, Feuerwehr
oder THW, nachgefordert werden können. Denkbar sind im
Mittelgebirgsraum jedoch Rettungsaktionen mit Rettungshubschraubern
aus Notlagen, wie bei Rettung Ertrinkender oder ins Eis
eingebrochener Personen, bei denen keine Zeit bleibt, spezielle
Rettungskräfte nachzuordern. Hier sollen, nach einer weitergehenden
Schulung vor Ort, auch die Notärzte und Rettungsassistenten in die
Lage versetzt werden, mit einem Stehhaltegurt und einer
Rettungsschlinge Hilfsbedürftige an Land zu ziehen. Erste Grundlagen
hierfür wurden ebenfalls in Oberstaufen vermittelt und die Retter
aus dem ganzen Bundesgebiet erstmalig mit dem erforderlichen
Sicherungsmaterial konfrontiert. Zudem konnten alle Rettungsprofis,
am rund 25m langen Bergetau unter dem Hubschrauber hängend,
erstmalig das Gefühl erleben, welche Besonderheiten ein solcher Flug
durch die teilweise noch Schnee bedeckten Alpen mit sich bringt.
Dabei wurde auch die Aufnahme und das Absetzen der Retter in
schwierigem Gelände trainiert, was höchste Präzision von Piloten und
den, auf der Kufe stehenden Rettungsassistenten verlangt.
Aus Kassel nahmen der Leitende Hubschrauberarzt von „Christoph 7“
Dr. Thomas Köhler und sein Stellvertreter Peter Stahl aus dem Roten
Kreuz Krankenhaus , der leitende Hubschrauberrettungsassistent
Hans-Dieter Bohlander, sowie Lehrrettungsassistent Andreas Brämig
(beide von der Kasseler Rettungsdienst gGmbH des Roten Kreuzes)
teil.
Stahl begrüßte, in seiner Funktion als Ärztlicher Koordinator der 12
Luftrettungszentren des Bundes, die Teilnehmer und dankte den
ausrichtenden Kemptner Kollegen des dortigen „Christoph 17“ für die
fleißige Vorbereitung und professionelle Ausrichtung der
Veranstaltung.
Die Teilnahme wurde vom Förderverein der Luftrettungsstation
„Christoph 7“ e.V. finanziert.
Gruppenfoto mit Notärzten und
Rettungsassistenten
aus 11 deutschen Luftrettungszentren
25 m unter dem Hubschrauber in
alpinen Regionen
Kurz nach dem Abheben: Notarzt Peter
Stahl mit erfahrenem Kollegen
aus Kempten auf dem Weg zum Gipfelgrad
Rettungsassistent H.-D. Bohlander mit
einem Kameraden der Bergwacht in alpinen Regionen
Fotos: Christian Wilhuhn (Christoph
17) und Nicole Dargel (Christoph 7)