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1. Patientin von Christoph 7

 

Schnelle erste Hilfe aus der Luft !

 
Mit Gisela Wippermann begann vor 35 Jahren die Geschichte des Rettungshubschraubers Christoph 9

 

Patientin von damals, Retter von heute: Gisela Wippermann war vor 35 Jahren die erste Patientin des
Kasseler Rettungshubschraubers. In der Luftrettungsstation auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses traf
sie Notarzt Dr. Thomas Köhler (hinten von links), Pilot Marco Wiegand und Rettungsassistent Robert Kurz.
 
 

Auf der eisglatten Autobahn 7 kurz vor Hann. Münden schleudert das Taxi herum. Gisela Wippermann sitzt auf der Beifahrerseite. Sie sieht noch, wie ein schwerer Lastwagen heranbraust, aber nicht mehr rechtzeitig bremsen kann. Der Lkw kracht in das Taxi - genau dort hinein, wo Gisela Wippermann sitzt.


Mehr als einen halben Meter bohrt sich das schwere Gefährt in die Beifahrerseite. Doch das bekommt Gisela Wippermann nicht mehr mit - zumindest kann sie sich daran heute, 35 Jahre nach dem 18. Dezember 1974, nicht mehr erinnern. "Morgens im Bett habe ich in der HNA noch den Artikel über die Eröffnung der Hubschrauberstation gelesen." Gisela Wippermann Flog mit Christoph 9. Kurz nach dem Aufprall hängt das Leben der damals 36-jährigen Frau aus Kassel am seidenen Faden, es geht um Minuten. Gisela Wippermann erleidet insgesamt acht Brüche im Becken, sechs Rippen sind gebrochen,
und sie hat eine offene Schädelverletzung. Zudem leidet sie seit ihrer Geburt an einer Bluterkrankheit.


Wenig später kommen die Retter aus der Luft, Gisela Wippermann wird die erste Patientin des Kasseler
Rettungshubschraubers, der damals noch Christoph 9 heißt. "Morgens im Bett habe ich in der HNA noch den Artikel über die Eröffnung der Hubschrauberstation gelesen", erzählt Gisela Wippermann. Mehrmals wird sie in den folgenden Wochen operiert. Bis Mitte Februar muss sie im Rot-Kreuz-Krankenhaus das Bett hüten. Hierhin hatte sie die Besatzung geflogen. Seit ihrem schweren Unfall verfolgt Gisela Wippermann die Geschichte des Rettungshubschraubers in Kassel "mit besonderem Interesse", wie sie sagt. Kürzlich hat sie die heutige Besatzung in der Station auf dem Dach des Rot-Kreuz-Krankenhauses besucht. Deren jüngstes Mitglied ist Pilot Marco Wiegand. Als die Crew um Notarzt Prof. Dr. Ludwig Fuchs seinerzeit zu ihrem ersten Einsatz abhob, war Wiegand noch gar nicht geboren.


Schnelle Hilfe zählt


Der Fall von Gisela Wippermann sei ein gutes Beispiel, wie wichtig Zeit in der Notfallmedizin oft ist, sagt Dr. Thomas Köhler, ärztlicher Leiter bei Christoph 7, wie der Rettungshubschrauber heute heißt. Oft würden Patienten mit derart schweren Verletzungen lebensbedrohlich viel Blut verlieren, wenn nicht schnell geholfen wird.
In den vergangenen Jahren sei der Faktor Zeit stets bedeutender geworden. Gerade viele Kliniken auf dem Land würden sich aus der Notfallversorgung zurückziehen. Somit bleibe oft keine Alternative, als Patienten zu fliegen. Sie in gut ausgestattete Kliniken mit Rettungswagen zu fahren, dauere zu lange.
Köhler schätzt Begegnungen mit früheren Patienten wie Gisela Wippermann. Besonders spüre er das bei der alljährlichen Nikolausfeier der Luftretter für Kinder. "Das gibt einem ein Stück Bestätigung für die eigene Arbeit."

 
Originalbericht aus der HNA
 
 
 
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© Christian Davin