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Der Nikolaus und der Hubschrauber

 

Vor nicht all zu langer Zeit gab es keine Zweifel – der Nikolaus kam mit dem Schlitten gezogen von Rentieren und in der Nacht. Bildschön dekoriert und voll beladen mit großen und kleinen Geschenken kam der alte Mann ganz persönlich zu den Kindern, fragte, ob sie auch artig gewesen seien und verteilte dann, je nach Rückmeldung, großherzig seine Präsente.

Selten, dass auch mal ein Wink mit der Rute erforderlich war.

Heute nutzt Nikolaus manchmal auch andere Transportmittel und so kam er am vergangenen Wochenende nach Fuldatal mit einem Hubschrauber, genau genommen mit dem Rettungshubschrauber. In der Feuerwache in Ihringshausen erwarteten ihn sehnsüchtig gut 120 Kinder. Die meisten von ihnen waren als kleine Patienten im laufenden Jahr von den Notärzten und Rettungsassistenten des Roten Kreuzes medizinisch betreut und nach Unfällen oder akuten Erkrankungen teilweise auch mit dem Rettungshubschrauber auch transportiert worden. Jetzt sollten sie, meist wieder vollständig genesen, einmal entspannt mit ihren Eltern und Geschwisterchen, vor allem aber auch mit ihren Rettern, einen gemütlichen Nachmittag verbringen. Bei Kakao und Kuchen hatten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Fördervereins der Luftrettungsstation verschiedene kleine Attraktionen organisiert.

So gab es neben einer Hüpfburg, eine Schminkstation (Dank an das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Kassel-Land mit seiner realistischen Unfalldarstellungsgruppe) und eine Kindermalecke. Die Größeren lockte eher der Flugsimulator, der im Infomobil des Vereins ständig belegt war. Wie sonst nur die Piloten der Bundespolizei, konnten die Nachwuchsflieger nun schon einmal selbst Erfahrungen als Hubschrauberpilot sammeln. Vor acht Jahren hatten erstmalig Aktive und Ehrenamtliche der Luftrettung und des Fördervereins die Veranstaltung organisiert, mit dem Gedanken, das Trauma, dass den Kindern durch ihre Erkrankung oder den Unfall entstanden war und durch die vielen fremden Menschen in den grellen Bekleidungen vor Ort oft noch vertieft wurde, auch auf diesem Wege zu bewältigen. Und so hatte der Förderverein mit Unterstützung der Aktiven zum 8.Mal all die kleinen Patienten eingeladen, um ein wenig Traumabewältigung zu betreiben.

Und dann kam er, direkt aus der Luft und mit dem orangen „Christoph 7“ (nach Dienstende) eingeflogen: der Nikolaus. Freundlich winkend konnten ihn die vielen Kinder an den Plexiglastoren der Feuerwache noch im Hubschrauber sitzend, winken sehen. Begleitet von den beiden Notärzten Dr. David Brendel und Mechthild Diels wurde der alte Mann in die Fahrzeughalle geleitet. Und er musste sich schon eine Gasse durch die Kindermenge bahnen, bevor er an seinem Thron ankam, von dem er die Kinder persönlich begrüßte. Dabei wurde jedes Kind einzeln aufgerufen, mit freundlichen Worten bedacht, bevor jedes dann ein kleines Weihnachtspäckchen erhielt. Manche Kinder näherten sich neugierig, andere ängstlich auf dem Arm von Mama oder Papa – alle aber waren glücklich, als sie danach ihre frisch erworbene Geschenktüte durchstöbern konnten. Nach gut einer Stunde hatte der Nikolaus sein Werk vollbracht und konnte unter dem freudigen Eindruck, eine Menge Kinder glücklich gemacht zu haben, wieder in seinen Hubschrauber einsteigen. Kurz danach entschwebte das Fluggerät mit dem Nikolaus in den Nachthimmel und verschwand im Dunkel der Nacht.

Langsam klang dann der Nachmittag für Kinder und Eltern aus. Während die Helferinnen und Helfer in den folgenden Stunden noch die Halle bei der Feuerwehr in Ihringshausen räumten und wieder säuberten, waren die Kinder bereits schon wieder zuhause und konnten „Ihre“ Veranstaltung bereits im Fernsehen (Hessischer Rundfunk, Hessenschau) verfolgen. Dank sei an dieser Stelle vor allem den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr in Ihringshausen für ihre neuerliche Unterstützung gesagt, aber vor allem auch den rund 20 Helferinnen und Helfern des Fördervereins, die unter Leitung von Wilfried Schüttenberg und seiner lieben Frau Helga, bereits am Vorabend über 100 Päckchen gepackt und noch diverse andere Arbeiten erledigt hatten. Legendär -und deshalb besonders zu erwähnen- sind hier die großartigen Frikadellen, mit denen Helga all die fleißigen Helfer wieder einmal bei guter Laune hielt…

Dank auch allen Sponsoren, allen voran der Kasseler Sparkasse, die mithalfen, die kleinen Weihnachtssäckchen zu füllen. Dank an das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und die Bundespolizei sowie das Regierungspräsidium Kassel, die alle gemeinsam unbürokratisch den Nikolausflug ermöglichten. Und nicht zuletzt dem Jugendblasorchester Wellerode, dessen professionell vorgetragene Musik alle Anwesenden erfreute.

Nur mit all dieser Unterstützung war einmal mehr die Ausrichtung dieser wunderschönen Veranstaltung möglich.

 
Link zum TV - Bericht von HR - Online
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
         
 
 
 
Bilder: Sarah Pfannkuch
 
 
 

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© Christian Davin