Hinweis: Der
Leserbriefverfasser Herr Steinbach ist als Mitarbeiter bei der AOK
beschäftigt.
Stellungnahme zum Leserbrief:
Schutzbekleidung keine Kassenleistung?
Um es vorweg zu
nehmen: Hessen ist im Vergleich zu anderen Bundesländern in der
Organisation und Strukturierung der Luftrettung vorbildlich.
So sind gerade in
den letzten 10 Jahren deutliche Verbesserungen in der Ausstattung
des Personals, der Qualitätssicherung und der Koordination erzielt
worden. Mussten sich vor gut zehn Jahren tatsächlich noch die
medizinischen Besatzungsmitglieder Stiefel teilen, ist dies heute
nicht mehr der Fall (nachzulesen auf der Homepage des
Rettungshubschraubers unter der Rubrik „Förderverein“). War dies
damals sicher auch ein Grund, warum der Förderverein
gegründet wurde, so setzt der Verein gestern wie heute natürlich
auch andere Schwerpunkte in seiner Unterstützung für die
Luftrettung. Vor allem in der Fortbildung des Medizinischen
Personals (Finanzierung von Kursen, Seminaren, Fachzeitschriften,
mit der Anschaffung von Reanimationspuppen, etc.) und durch die
Information der Bevölkerung über die Möglichkeiten und Grenzen der
Luftrettung. So wurden auch im letzten Jahr wieder rund 20
Öffentlichkeitsveranstaltungen ausgerichtet und mit vielen hundert
Stunden ehrenamtlicher Arbeit den Menschen in der Region die
Luftrettung nahe gebracht.
In diesem Jahr
führt die Vielzahl der Anfragen von Feuerwehren, Krankenhäusern und
Ärzteverbänden sogar dazu, dass nicht alle beschickt werden können.
Zu den Anfragenden gehören örtliche Feuerwehren ebenso, wie das
Sozialministerium oder das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und
Katastrophenhilfe. Gefördert wird vor allem die Zusammenarbeit der
zahlreichen, an der Notfallrettung beteiligten Organisationen. Dies
schlägt sich auch in den Anforderungszahlen wieder. Beispielweise
führte die professionelle Arbeit der Rettungscrews und der ständige
Austausch mit Leitstellen und Rettungswachen dazu, dass in Regionen,
in denen der Hubschrauber vor 10 Jahren nur ausnahmsweise gerufen
wurde, heute ganz normal zum Alltag der Notfallversorgung gehört. Im
Schwalm - Eder Kreis und im Landkreis Waldeck - Frankenberg stiegen
die Anforderungen z.B. auf das Doppelte. Dieser Erfolg ist in erster
Linie für die Bevölkerung wichtig und vielleicht auch ein ganz klein
wenig der Arbeit des Fördervereins zu verdanken. Wenn es also einen
Zeitungsartikel sicherlich spannender gestaltet, so ist der
jeweilige Redakteur doch gut beraten, Zitate inhaltlich nicht so zu
verdrehen, dass der Wahrheitsgehalt darunter leidet.
Übrigens: die
Zusammenarbeit mit den Krankenkassen kann heut zu Tage als sachlich
und konstruktiv bezeichnet werden. Sie fällt in den
Zuständigkeitsbereich der Beauftragten (DRK Rettungsdienst gGmbH,
Bundespolizei und Rot Kreuz Krankenhaus) und wird vom Träger der
Luftrettung, dem Regierungspräsidium in Gießen, koordiniert. Und das
ist ebenfalls gut so.