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Stellungnahme zur notärztlichen Versorgung im Luftrettungsdienst in Hessen

 

Bereits seit einiger Zeit zeichnet sich vor allem in ländlichen Gebieten, durchaus aber auch in einigen städtischen Bereichen, eine Personallücke im System Notarzt besetzter Rettungsmittel ab. Insbesondere in Standorten an kleinen Kliniken kann mit dem vorhandenen Ärztepool eine Besetzung der Rettungsmittel nur unter Mitwirkung Klinik fremder Ärzte der notärztliche  Dienst aufrechterhalten werden.

Diese Entwicklung tangiert die vier Luftrettungszentren in Hessen derzeit nicht. Während das ärztliche Personal für die Luftrettungszentren Christoph 2, Frankfurt/M., Christoph 7, Kassel und Christoph 28, Fulda, von leistungsfähigen Kliniken mit Schwerpunkten in der notfallmedizinischen Versorgung, an denen die Rettungshubschrauber stationiert sind, gestellt werden, rekrutieren sich die Notärzte des Intensivtransporthubschraubers Christoph Hessen am Flugplatz in Reichelsheim/Wetterau hauptsätzlich aus Kollegen von den Uni-Kliniken Frankfurt/Main sowie Gießen und Marburg . Hier versehen ausgewählte Kolleginnen und Kollegen mit entsprechender Qualifikation ihren Dienst, die aus verschiedenen Kliniken und anderen ärztlichen Einrichtungen stammen.

Die jeweiligen Kliniken mit ihren ärztlichen Leitern der jeweiligen Rettungssysteme garantieren hier nicht nur den gesetzlich vorgeschriebenen Standard, der für den Einsatz auf Notarzt besetzten Rettungsmitteln in Hessen von den ärztlichen Standesorganisationen vorgegeben und durch das zuständige Ministerium umgesetzt worden ist, sondern meist weit darüber hinaus gehende notfallmedizinische Erfahrungen nach entsprechendem klinischen Training und speziellen, Aufgaben orientierten Schulungen. Hierzu gehören insbesondere Seminare und Lehrgänge in der Versorgung von Unfallpatienten (präklinisches Traumamangement) Kindern und der Transport von hochkritischen Intensivpatienten. Ergänzend werden Schulungen für die Versorgung bei Großschadenereignissen sowie für innovative Notfalltechniken (z.B. Ultraschalluntersuchung in der präklinischen Notfallmedizin) angeboten und gefördert. Damit der medizinische Standard in allen vier hessischen Luftrettungszentren(LRZ) gleich ist, wurde eine Expertengruppe aller vier Zentren, bestehend aus den vier ärztlichen Leitern der Hubschrauberstandorte und ihren Stellvertretern, beim Rettungsdienstträger, dem Regierungspräsidium Gießen, eingerichtet, welche über die Qualifikation des ärztlichen Personals wacht und sich in regelmäßigen Sitzungen abstimmt.

Darüber hinaus definieren die Mitglieder des Arbeitskreises schulungswürdige Schwerpunkte, die sich immer wieder aus der täglichen Praxis ergeben und die sich an neuen wissenschaftlichen Empfehlungen orientieren. Zudem sorgen die einzelnen Standorte in freiwilliger Selbstverpflichtung dafür, dass nicht zu viele Ärzte gleichzeitig im Dienst eingesetzt werden, um einen entsprechend hohen Trainings- und Erfahrungsstand halten zu können. Des Weiteren wirken die leitenden Ärzte in der Schulung neuer Kollegen und bei der Fortbildung erfahrener Ärzte in entsprechenden Lehrgängen und Kursen mit und können so ihr langjähriges Wissen auch hier weitergeben. Neben diesen, seit Jahren gefestigten und immer wieder weiterentwickelten Strukturen, verfügen die LRZ derzeit über Kapazitäten, die es ermöglichen, andere Notarztstandorte personell zu unterstützen. So wirken hoch motivierte Kollegen in ihrer Freizeit im Notarztdienst unterschiedlichster Einrichtungen mit und unterstützen diverse Hilfsorganisationen sogar bei Großschadenlagen im Ausland (Tsunami-Katastrophe 2004, Libanon-Krise, etc). So kann mit Fug und Recht derzeit die personelle ärztliche Besetzung in den vier Luftrettungszentren in Hessen als langjährig stabil bezeichnet werden, was nicht zuletzt auch durch die Attraktivität des Mediums und die Motivationsförderung durch die ärztlichen Leitungen der Standorte gebahnt worden ist.

Die hessischen Luftrettungszentren bekennen sich zu ihrer Mitverantwortung, zur notärztlichen Aus- und Fortbildung aktiv beizutragen und Projekte zu unterstützen, die eine flächendeckende Notarztversorgung in Hessen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen staatlichen und ärztlichen Einrichtungen unterstützen. Hierzu gehört die Mitarbeit als beratendes Gremium bei den staatlichen Körperschaften ebenso, wie die Ausrichtung von Symposien, Seminaren und Lehrgängen. Eine Kompensation des personellen Defizit der notärztlichen Versorgung am Boden durch die Luftrettung allein ist schon deshalb nicht möglich, weil weder eine 24 Stunden Bereitschaft flächendeckend möglich, noch aus Wetter Gründen umsetzbar ist.

Der Arbeitskreis der Ärztlichen Leiter der Luftrettungszentren in Hessen steht hierfür unterstützend zur Verfügung.

 

 

Bild: J. Braun (Christoph Hessen)

 

Bild: M. Dickler (Fotograf Christoph 2)

 

Bild: Christoph Frebel (www.christoph-28.de)
 
 

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