www.christoph7-kassel.de

 

Ihr Rettungshubschrauber aus Kassel
Startseite LRZ Christoph 7 Förderverein Aktuelles Shop Newsletter
Einsätze Galerie Termine Gästebuch Links Kontakte Impressum

Historisches

 
 

Luftrettung als Erfolgsgeschichte

 

Am Dienstag den 17.Dezember 1974, gegen 13:00 Uhr war es soweit: begleitet von einem  großen Interesse der Bevölkerung und in Anwesenheit zahlreichen Politiker, sowie Personen des öffentlichen Lebens, stellte der damalige Bundesinnenminister Dr. Werner Maihofer „Christoph 9“ auf dem Gelände der Kasseler „Wittich Kaserne“ in Dienst. Die Kennung entsprach der zunächst üblichen Benennung der Hubschrauber, gemäß ihrer Anschaffung und nicht der später üblichen Zuordnung nach Standorten. So betreute der Bund zur damaligen Zeit mit 9 Hubschraubern 7 Luftrettungsstationen. Demnach wurden bei der Zuordnung der Funkrufnamen die Ersatzmaschinen mit einbezogen.

In einem ländlich strukturierten Gebiet mitten in Deutschland und an mehreren Bundesautobahnen gelegen, sollte auch der Kasseler Rettungshubschrauber im Kampf gegen die hohe Unfallsterblichkeit, die mit über 21.000 Verkehrstoten 1970 ihren Höhepunkt erreicht hatte, die mangelnde medizinische Versorgung im Dreiländereck (Hessen, Niedersachsen und NRW) kompensieren helfen. Und so verwunderte es nicht, dass mit diesem besonderen Ereignis auch der Hessische Innenminister Hanns-Heinz Bielefeld, den Erfolg der gemeinsamen Bemühungen von Bund und Land hervorhob,

mit „Christoph 9“ (später „Christoph 7“) bereits den 2. Rettungshubschrauber in Hessen übernehmen zu können. Dem engagierten Einsatz zahlreicher Persönlichkeiten, wie z.B. dem DRK-Landesgeschäftsführer Helmuth Dröse, dem Oberbürgermeister der Stadt Kassel Dr. Karl Branner, dem damaligen Krankentransportleiter Ernst Karl Lenz des Deutschen Roten Kreuzes in Kassel, den Vertretern des ADAC, dem Chefarzt der Chirurgischen Abteilung des Roten Kreuz Krankenhauses, Prof. Dr. Ludwig Fuchs und nicht zu letzt des Redakteurs der damaligen „Hessischen Allgemeinen“ Manfred Schake, war dieser Erfolg zu verdanken und verdeutlichte die breite Akzeptanz, die der damals noch gelbe Rettungshubschrauber in der Bevölkerung erfuhr. Bereits ein Jahr später konnte „Christoph 7“ vom Gelände der „Wittich Kaserne“ auf das Dach des Roten Kreuz Krankenhauses umziehen. Hier wurde 1975 einer der ersten deutschen Dachlandeplätze fertig gestellt und seiner Bestimmung übergeben. Seit dem besetzten in kontinuierlicher Reihenfolge die Ärzte des Rot Kreuz Krankenhauses, die Piloten der Bundespolizei (früher Bundesgrenzschutz) Fliegerstaffel – Mitte aus Fuldatal und die Rettungsassistenten des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Kassel-Stadt den mittlerweile orangen Retter aus der Luft.  

Und trotzdem ist auch mit dem neuen, modernen Hubschrauber vom Typ EC 135 T2i Eines gewährleistet: die hohe Professionalität der Besatzungen, kombiniert mit großem persönlichen Einsatz und dem festen Wunsch, als zuverlässiger Partner in der Kette der Rettungsdienste kollegial immer dann zur Verfügung zu stehen, wenn Hilfe aus der Luft dem Patienten in besonderem Maße zu Gute kommt. Dieser Anspruch wird nicht zuletzt durch die hohe Kontinuität im Zusammenspiel der gleichen Partner seit 1974 ermöglicht – immer im Bewusstsein, nicht zum Selbstzweck, sondern für die Gesundheit der anvertrauten Patienten möglichst das Beste geben zu wollen.

 
BO-105
 

Obwohl auf dem Lande Notarzt besetzte Rettungssysteme zur damaligen Zeit fast völlig fehlten, war der Einsatz des neuen Mitglieds der „Rettungsfamilie“ – wie vielfach an anderen Orten auch – nicht selten durch Ignoranz und „Kirchturmdenken“ geprägt. Nicht jeder Arzt war bereit, die Hubschrauberbesatzungen als Unterstützung zu akzeptieren, manch Rettungswagen-Besatzung sah den Helikopter gar als Konkurrenz an , der Patienten in entfernter gelegene Krankenhäuser „entführte“. So gab es immer wieder auch öffentliche Diskussionen, die den mangelnden Einsatz der Luftrettung hinterfragten und Verantwortliche für diesen Misstand suchten.

Erst langjährige, engagierte Bemühungen der Besatzungen, der leitenden Mitarbeiter, Politiker und auch des, im Jahre 2001 gegründeten Fördervereins der Luftrettungsstation, brachten eine zunehmende Akzeptanz, ja sogar eine Steigerung der Einsatzzahlen unter dem, sich vorsichtig entwickelnden Bildes eines vertrauensvollen Miteinanders.

Vieles hat sich seit den Anfängen der Luftrettung verändert. Waren früher traumatologische Notfälle mit über 70 Prozent Anlass für die Alarmierung des Hubschraubers, so dominieren heute internistisch-neurologische Krankheitsbilder mit über 60 Prozent das Einsatzspektrum. Entsprechend den Anforderungen an ein qualitativ hochwertiges Rettungssystem, veränderte sich auch die Aus- und Fortbildung von Notärzten, Piloten und Rettungsassistenten.

War früher z.B. die Tätigkeit als erfahrener Arzt für eine Verwendung als Luftretter ausreichend, sind heute Mindestdienstzeiten, spezielle, dem Einsatzspektrum angepasste Schulungen und Praktika sowie ständige Fortbildungen Voraussetzung für diese Verwendung. Auch die Piloten und Rettungsassistenten unterliegen mittlerweile strengeren Reglements, die sich an internationalen Standards orientieren. So fordert die dritte Generation Hubschrauber in großem Maße auch detaillierte Kenntnisse im Umgang mit Computern, Checklisten und unterschiedlichsten technischen Neuerungen, wie z.B. dem Laser Hinderniswarngerät HELLAS.

 

Bau des Hubschrauber - Dachlandeplatzes

 

Dach- und Hubschraubereinweihung

 

Einsatzbilder von 1974 - 1980

 

Einsatzbilder von 1980 - 2000

 
 
 
 
Luftrettung mitten in Deutschland

Besucher:

 

© Christian Davin